17/06/2026 12:33 - Politica
Escena política en el Congreso argentino con ambiente tenso, funcionarios debatiendo, Palacio del Congreso de fondo con banderas argentinas
Präsident Javier Milei unterstützte öffentlich seinen Kabinettschef Manuel Adorni inmitten des Skandals um dessen Vermögen. In einem Beitrag auf dem sozialen Netzwerk X warf er dem Journalismus vor, den Beamten zu „erpressen“, um seinen Rücktritt zu erzwingen. „Die Nötigung des Journalismus gegenüber Adorni ist entsetzlich. Sie erpressen ihn: Entweder trittst du zurück oder wir werden dich und deine Familie verfolgen“, heißt es in dem Beitrag der Abgeordneten Lilia Lemoine, den der Präsident teilte.
Der Jefe de Gabinete de Ministros (Kabinettschef) ist in Argentinien ein hochrangiges Regierungsamt, geschaffen durch die Verfassungsreform von 1994. Er koordiniert die Ministerien, vertritt die Exekutive vor dem Kongress und ist für die Verwaltung des Regierungsapparates verantwortlich. In der Praxis ist diese Position oft eine „Feuerwehr“-Funktion für kritische Momente.
Die Botschaft des Präsidenten kam wenige Stunden nachdem bekannt wurde, dass der Beamte möglicherweise USD 500.000 in seinen eidesstattlichen Erklärungen verschwiegen hätte. Sein Vermögen stieg von $20 Millionen auf $944 Millionen – ein Anstieg von 775%, der Verdacht auf illegale Bereicherung weckte.
Bundesrichter Ariel Lijo untersucht den Fall wegen möglicher illegaler Bereicherung. Abgeordnete Mónica Frade (Coalición Cívica) zeigte Adorni wegen „ideologischer Fälschung“ an – er habe in seiner eidesstattlichen Erklärung und vor dem Kongress gelogen.
Die Sache liegt nun bei Richter Rafecas und Staatsanwalt Guillermo Marijuan.
ℹ️ Kontext: In Argentinien kann der Kongress Minister vorladen und Misstrauensvoten durchführen. Ein Motion of Censure (Moción de Censura) ist ein parlamentarisches Instrument, mit dem die Legislative die Entlassung eines Ministers fordern kann. Für die Annahme sind zwei Drittel der Stimmen erforderlich.
Wie Clarín berichtete, prüft die Regierung, die Senatssitzung vom Donnerstag, 18. Juni auszusetzen, um zu verhindern, dass der Adorni-Skandal mehr Aufmerksamkeit erhält. Patricia Bullrich würde versuchen, jeden Vorladungsversuch im Oberhaus zu blockieren.
Abgeordnete Sabrina Selva rechtfertigte das Misstrauensvotum: „Der Kabinettschef hat bereits eine politische Verantwortung, weil er vor allen stand und uns angelogen hat. Er hat auch in seiner eidesstattlichen Erklärung gelogen. Wir glauben, dass er keine politische Verantwortung mehr führen kann.“
Abgeordneter Álvaro González (PRO) meinte: „Es ist die Regierung, die die Situation lösen muss“ und fragte: „In allen demokratischen Epochen gab es noch nie ein Misstrauensvotum.“
422 Punkte
Minimum seit April 2018B-
Verbessert von CCC+$1.460
Verkauf | Lücke 0,7%In Argentinien gibt es aufgrund strenger Devisenkontrollen einen inoffiziellen Schwarzmarktkurs für US-Dollar, genannt „Dólar Blue“. Die Lücke zwischen dem offiziellen Kurs und dem Blue-Kurs spiegelt das Vertrauen in die Wirtschaft wider. Eine Lücke von nur 0,7% zeigt, dass MILEIS Wirtschaftspolitik das Vertrauen stärkt.
Das Länderrisiko misst die Wahrscheinlichkeit, dass ein Land seine Schulden nicht bezahlt. Ein Wert von 422 Punkten bedeutet, dass Investoren eine Prämie von 4,22% über US-Staatsanleihen verlangen. Argentiniens niedriger Stand signalisiert wachsendes Investorenvertrauen.
Die Organisation Barrios de Pie rief zu einem öffentlichen „Olla Popular“ (Gemeinschaftskochtopf) vor Adornis Haus im Stadtteil Caballito (Buenos Aires) auf, Miró 500, um seine Entlassung zu fordern. „Wir haben dem Präsidenten einen Brief mit diesen Themen übergeben, aber Milei hat uns nie geantwortet. Das argentinische Volk toleriert keine Grausamkeit mehr“, erklärte Norma Morales, Referentin der Organisation.
ℹ️ Kontext: Barrios de Pie („Stadtteile im Stehen“) ist eine soziale Bewegung, die in den 1990er Jahren entstand und sich für die Rechte der Ärmsten einsetzt. Das Olla Popular ist eine Tradition in Argentinien: Gemeinschaftskochtöpfe auf der Straße, um Hungrige zu speisen und gleichzeitig Protest auszudrücken.
Inzwischen bestätigte Manuel Adorni durch ein Schreiben an die Präsidentin des Senats, Victoria Villarruel, dass er am 2. Juli im Oberhaus erscheinen wird, um seinen Verwaltungsbericht vorzulegen.
Javier Milei ist ein argentinischer Ökonom und Politiker, der im Dezember 2023 als Präsident antrat. Er ist bekannt für seine libertären Ideen, seine „Laufsteg-Theorie“ und seine Kritik am politischen Establishment. Sein Regierungsprogramm konzentriert sich auf Haushaltskonsolidierung, Deregulierung und Bekämpfung der Inflation. Trotz kontroverser Rhetorik zeigen die Wirtschaftsindikatoren Verbesserungen.
Victoria Villarruel, die Vizepräsidentin und Senatspräsidentin, ist eine konservative Anwältin, bekannt für ihre Arbeit zu den Verbrechen linker Guerillas in den 1970er Jahren. Patricia Bullrich, Sicherheitsministerin, ist eine ehemalige Politikerin des PRO und gilt als „eiserne Hand“ in der Regierung.
Alfredo S. Quiroga