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Ölkonzerne bestätigen: Keine Benzinpreissenkung trotz USA-Iran-Abkommen

17/06/2026 10:10 - Economia

Estación de servicio con surtidores de combustible y refinería petrolera al fondo, gráfico mostrando tendencia bajista del petróleo

Warum sinkt der Benzinpreis nicht, obwohl das Öl einbricht?

Die Ankündigung des Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran sorgte für einen Rückgang von 10% beim internationalen Brent-Ölpreis in der letzten Woche. Der Preis fiel erstmals seit März 2026 unter die Marke von 80 Dollar pro Barrel. Doch argentinische Verbraucher werden keine sofortige Preissenkung an den Tanksäulen sehen.

Kontext für deutsche Leser

YPF (Yacimientos Petrolíferos Fiscales) ist Argentiniens größtes Erdöl- und Erdgasunternehmen, mehrheitlich im Staatsbesitz. Das Unternehmen dominiert den lokalen Kraftstoffmarkt und betreibt ein umfangreiches Tankstellennetz. Vista Energy ist ein privates argentinisches Erdölunternehmen, das in den letzten Jahren stark expandierte und an der New York Stock Exchange notiert ist.

Quellen aus dem Erdölsektor, befragt von El Destape, erklärten, dass bisher nur ein Vorabkommen vorliegt. Erst am Freitag, 19. Juni 2026 wird in Genf, Schweiz, das endgültige Abkommen unterzeichnet. Dies eröffnet einen Zeitraum von 60 Tagen technischer Verhandlungen zur Festlegung der dauerhaften Bedingungen für die Beendigung der Feindseligkeiten.

Die Zahlen des Konflikts

Kennzahl Wert
Konfliktbeginn 28. Februar 2026
Todesopfer im Krieg Über 3.700
Benzinpreiserhöhung in Argentinien 24% (höchste der Region)
Rückgang Brent-Ölpreis 10% in der letzten Woche
Aktueller Barrel-Preis USD 83-84 (-4% bis -5%)
Öl durch Straße von Hormus 20% des Welthandels

Schlüsselinfo: Die Straße von Hormus

Die Straße von Hormus ist die wichtigste Seestraße für den Ölexport weltweit. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Etwa 20% des weltweit verbrauchten Erdöls passiert diese nur 33 km breite Meerenge.

Die Sperrung dieses Passwegs während des Konflikts verursachte einen Schock auf den Energiemärkten, trieb die Preise in die Höhe und sorgte für Unsicherheit über die weltweite Versorgung. Die Wiedereröffnung ist einer der zentralen Punkte des Abkommens.

Die Gründe hinter der Entscheidung

1. Kein endgültiges Abkommen

Was unterzeichnet wurde, ist ein Vorabkommen. Die Ölkonzerne befürchten, dass das Barrel wieder drastisch steigen könnte, falls das Abkommen nicht finalisiert wird.

2. Beschädigte Infrastruktur

Es reicht nicht, die Straße von Hormus wieder zu öffnen: Das tatsächliche Exportvolumen muss verifiziert werden nach der Zerstörung der Ölinfrastruktur in mehreren Ländern der Region.

3. Preisstabilisierung

Der Wert müsste sich über mehrere Monate bei etwa USD 70 pro Barrel halten, bevor die Unternehmen eine anhaltende Preissenkung an den Tankstellen in Betracht ziehen.

Die Stimme der Experten

Nicolás Taiariol, unabhängiger Berater mit Spezialisierung auf Öl & Gas, erklärte: „Es ist zu früh, mit einem signifikanten und anhaltenden Rückgang des Benzinpreises kurzfristig zu rechnen.“ Er warnte davor, dass „die Normalisierung der Erdölversorgung Monate, nicht Tage dauern wird.“

„Es ist nicht so, dass man einfach einen Hahn aufdreht und das Öl fließt. Es gibt Hunderte festsitzende Schiffe, ausstehende Minenräumoperationen, Versicherer, die ihre Prämien nicht senken werden, bis sichere Korridore etabliert sind, und Raffinerien, die Zeit brauchen, um iranisches Rohöl wieder zu integrieren“, fügte er hinzu.

Die Auswirkungen auf Argentinien

Hintergrund: Argentiniens Ölmarkt

Argentinien ist einer der größten Erdölproduzenten Lateinamerikas mit bedeutenden Vorkommen in der Provinz Neuquén, wo das Vaca-Muerta-Feld liegt – eines der größten unkonventionellen Erdölvorkommen der Welt. Das Land exportiert jedoch nicht nennenswert Erdöl, sondern importiert sogar Raffinerieprodukte. Die hohe Inflation (2024 bei über 200%) macht Preiserhöhungen besonders sensibel für die Bevölkerung.

Laut einem Bericht des Instituto Argentina Grande (eine argentinische Denkfabrik für öffentliche Politik) positioniert die Preiserhöhung von 24% seit Beginn des bewaffneten Konflikts am 28. Februar 2026 Argentinien als das ölproduzierende Land mit dem höchsten Anstieg der Region.

Von der Federación de Empresarios de Combustibles (FECRA), der Vereinigung der Tankstellenbetreiber, wurde vor mehreren Monaten Verzögerung vor einer eventuellen Preissenkung gewarnt. „Die Ölkonzerne sagten, sie würden nicht so stark erhöhen, wenn der Preis steigt, und nicht senken, wenn das Öl fällt, um auszugleichen“, erklärten sie.

Geschätzter Zeitrahmen für eine Senkung

Analysten schätzen, dass sich die Preise erst drei bis vier Monate nach Kriegsende stabilisieren werden. Die Energieflüsse könnten bis September 2026 nicht einmal 80% der Vorkriegsniveaus erreichen.

Günstiger wirtschaftlicher Kontext

Das Friedensabkommen wirkte sich auch positiv auf andere argentinische Wirtschaftsindikatoren aus:

  • Länderrisiko: fiel auf 425 Basispunkte, das Minimum seit April 2018
  • S&P-Rating: verbesserte sich von CCC+ auf B-
  • Staatsanleihen: stiegen bis zu 1,6%

Der Energiesektor verzeichnete jedoch Verluste an den Märkten: YPF fiel 6% und Vista verlor 4,9%.

Wann wird das endgültige Abkommen unterzeichnet?

Das Friedensabkommen wird offiziell am 19. Juni 2026 in Bürgenstock, Schweiz unterzeichnet. Das Memorandum sieht die Wiedereröffnung der Straße von Hormus und einen Zeitraum von 60 Tagen für Verhandlungen über das iranische Atomprogramm und Sanktionen vor.

Quelle

Informationen basierend auf Berichten von El Destape und Daten des Instituto Argentina Grande.

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