18/06/2026 15:28 - Politica
Juzgado federal argentino con documentos legales y bandera nacional, ambiente serio y profesional
Der Bundesstaatsanwalt Guillermo Marijuan hat am 18. Juni 2026 formell die Anhörung von Francisco Adorni beantragt, einem Provinzabgeordneten der Provinz Buenos Aires und Bruder des nationalen Kabinettschefs Manuel Adorni. Die Untersuchung konzentriert sich auf mutmaßliche Unregelmäßigkeiten in den Vermögenserklärungen des Gesetzgebers während des Zeitraums 2023-2026.
Der Staatsanwalt wirft Francisco Adorni die Straftaten der illicit enrichment (illicit enrichment) und böswillige Unterlassung in Vermögenserklärungen vor, die in Artikel 268 (3) des Strafgesetzbuches vorgesehen sind. Der Fall wird vom Bundesgericht Nr. 6 unter dem Vorsitz von Richter Daniel Rafecas bearbeitet.
Ein Element, das in dem Verfahren besondere Relevanz erlangt, ist die Tatsache, dass Francisco Adorni im Magistratrat der Provinz Buenos Aires (Consejo de la Magistratura) arbeitete, speziell in einem Bereich, der mit der Kontrolle und Einreichung von Vermögenserklärungen befasst war. Dieser Hintergrund verleiht ihm detaillierte Kenntnisse der Verfahren und Verpflichtungen, die für diese Formalitäten gelten, was seine rechtliche Situation gegenüber den Vorwürfen der böswilligen Unterlassung verschärfen könnte.
Nach den Daten der Untersuchung verzeichnete das von Francisco Adorni deklarierte Vermögen signifikante Veränderungen:
| Konzept | Wert |
|---|---|
| Angegebene Vermögenswerte (Anfang 2024) | $43.790.000 |
| Angegebene Vermögenswerte (Ende 2024) | $71.000.000 |
| Schulden (Anfang 2024) | $130.000.000 |
| Schulden (Ende 2024) | $60.000.000 |
| Nachträglich deklarierte Erbschaft | $21.000.000 |
Die Untersuchung entdeckte mehr als zehn Berichtigungen, die nach der ursprünglichen Prüfung eingereicht wurden, was Verdacht bezüglich der Wahrhaftigkeit der ursprünglich deklarierten Informationen erzeugte.
Einer der zentralen Punkte der Akte ist die verspätete Aufnahme von Vermögenswerten im Wert von etwa $21 Millionen, die aus einer Erbschaft stammten und zuvor nicht gemeldet worden waren. Der Gesetzgeber änderte seine Vermögenserklärung, um diese Aktiva nach Beginn der Untersuchung einzubeziehen.
Marcelo Peña, Anwalt des Angeklagten, erklärte gegenüber lokalen Medien: "Francisco Adorni wird sich mit der Ruhe dessen, der nichts zu verbergen hat, vor der Justiz präsentieren und mit der Überzeugung, dass Anschuldigungen mit Beweisen beantwortet werden, nicht mit Spekulationen oder politischen Operationen."
Der Fall gewinnt Relevanz in einem Moment, in dem Manuel Adorni, Kabinettschef und Bruder des Beschuldigten, einer Misstrauensmotion im Kongress gegenübersteht, mit 120 Unterschriften von 129 benötigten, wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten in seiner eigenen Vermögensklärung, wo sein Vermögen angeblich von $20 Millionen auf $944 Millionen gestiegen sein soll.
Die declaración indagatoria (Befragung) ist ein Verfahrensschritt im argentinischen Rechtssystem, bei dem der Beschuldigte vom Richter vorgeladen wird, um eine Erklärung zu den ihm vorgeworfenen Taten abzugeben. Es ist eine Gelegenheit, das Verteidigungsrecht auszuüben und Erklärungen abzugeben, bevor das Gericht über eine Anklage entscheidet. Es impliziert keine Schuld, sondern ist Teil des ordnungsgemäßen Untersuchungsverfahrens.
Provinzabgeordneter: Ein gewählter Vertreter auf Provinzebene, vergleichbar mit einem Landtagsabgeordneten in Deutschland. Kabinettschef: Die zweithöchste Position in der argentinischen Exekutive, ähnlich einem Stabschef des Präsidenten. Magistratrat: Ein Verfassungsorgan, das die Unabhängigkeit der Judikative überwacht und Disziplinarverfahren gegen Richter führt. Vermögenserklärung: In Argentinien müssen öffentliche Amtsträger ihre Vermögensverhältnisse offenlegen, um Korruption zu bekämpfen.
Quellen: El Día, Infobae, Clarín
Alfredo S. Quiroga