18/06/2026 15:58 - Economia
Edificio gubernamental con bandera argentina, documentos oficiales y gráficos financieros sobre mesa de trabajo
Das Wirtschaftsministerium hat am Donnerstag, 18. Juni 2026 im Amtsblatt das Dekret 474/2026 veröffentlicht, das Finanzvorschüsse von bis zu 400 Milliarden Pesos für Entre Ríos, Jujuy und Santa Fe genehmigt. Diese Entscheidung ermöglicht es den betroffenen Bundesländern, dringende Haushaltsverpflichtungen und Schuldenverpflichtungen zu erfüllen.
Argentinien ist ein Bundesstaat mit 23 Provinzen und einer autonomen Hauptstadt Buenos Aires. Diese Provinzen ähneln den deutschen Bundesländern oder den Schweizer Kantonen – sie haben eigene Regierungen und Verfassungen, sind aber vom Bund abhängig, besonders in finanzieller Hinsicht.
Entre Ríos: Bedeutende Agrarregion im Mesopotamien-Gebiet zwischen Paraná und Uruguay-Fluss, bekannt für Reis- und Zitrusproduktion.
Jujuy: Nordwestliche Hochlandprovinz an der Grenze zu Bolivien, wichtig für Bergbau und Tourismus.
Santa Fe: Wirtschaftlich starke Provinz im Zentrum mit bedeutender Industrie und Landwirtschaft, Heimat wichtiger Exporthäfen.
Jede der drei Provinzen kann auf Finanzvorschüsse von bis zu 400 Milliarden Pesos zugreifen. Der endgültige Betrag wird vom Sekretariat für Finanzwesen festgelegt, basierend auf:
| Maximalbetrag: | 400 Mrd. Pesos |
| Zinssatz: | 15% jährlich |
| Rückzahlung: | Innerhalb 2026 |
| Sicherheit: | Bundessteuerverteilung |
Die Coparticipación Federal ist das System der Steuerumlage in Argentinien. Alle bedeutenden Steuern werden vom Bund eingezogen und dann nach einem komplexen Formelverfahren an die Provinzen verteilt. Dies ist die Haupteinnahmequelle der meisten Provinzen und dient hier als Garantie für die Rückzahlung.
Diese Entscheidung ergänzt eine früher erlassene Maßnahme der Regierung Milei, die gleich hohe Vorschüsse für 12 weitere Provinzen genehmigte: Catamarca, Chaco, Chubut, Corrientes, La Rioja, Mendoza, Misiones, Río Negro, Salta, Santa Cruz, Tierra del Fuego und Tucumán.
Laut einem Bericht der Fundación Mediterránea schlossen die argentinischen Provinzen 2025 mit einem Finanzdefizit von 0,4% des BIP ab – eine deutliche Verschlechterung gegenüber 2024, als noch ein Überschuss von 0,1% des BIP erzielt wurde.
Die Provinzen hatten 2024 Einnahmeneinbußen von 12,8% real hinnehmen müssen und die Ausgaben um 14,9% gekürzt. 2025 wuchsen die Ausgaben jedoch um 6,5%, während die Einnahmen nur um 2,9% stiegen.
Quellen: Amtsblatt der Argentinischen Republik, Wirtschaftsministerium, Fundación Mediterránea. Veröffentlichungsdatum: 18. Juni 2026.
Alfredo S. Quiroga