23/06/2026 10:16 - Judiciales
Das Bundesstrafgericht in Comodoro Rivadavia (Provinz Chubut, Patagonien) hört derzeit das Abschlussplädoyer der Staatsanwaltschaft im Prozess um den Untergang des U-Boots ARA San Juan. Der Vorfall ereignete sich am 15. November 2017 im argentinischen Meer, etwa 466 Kilometer vor der Küste Patagoniens.
Die Staatsanwaltschaft hat mit der Darlegung ihrer Argumente begonnen und könnte Gefängnisstrafen von bis zu 5 Jahren für die Angeklagten beantragen. Alle Beschuldigten sind Offiziere der Armada Argentina, der argentinischen Kriegsmarine.
Die ARA San Juan war ein U-Boot der TR-1700-Klasse, eines der wenigen modernen Unterseeboote Argentiniens. Am 15. November 2017 meldete die Besatzung einen Brand im Bugbereich, bevor jeglicher Kontakt abbrach.
Nach einer internationalen Suchaktion wurden die Überreste am 17. November 2018 in 907 Metern Tiefe entdeckt. Das Wrack wies die typische Verformung einer Implosion auf – der Rumpf konnte dem enormen Wasserdruck in dieser Tiefe nicht widerstehen.
| Opfer: | 44 Besatzungsmitglieder |
| Datum des Verschwindens: | 15.11.2017 |
| Entdeckung des Wracks: | 17.11.2018 |
| Tiefe: | 907 Meter |
| Entfernung zur Küste: | 466 km |
| Angeforderte Strafe: | bis 5 Jahre Haft |
Der Prozess findet in Comodoro Rivadavia statt, einer wichtigen Hafenstadt im südargentinischen Patagonien. Die Angeklagten stehen im Verdacht, ihre Pflichten als öffentliche Beamte verletzt zu haben – insbesondere in Bezug auf Wartung und Sicherheitsprotokolle des U-Boots.
Das Plädoyer der Staatsanwaltschaft ist ein entscheidender Moment: Hier werden alle Beweise zusammengefasst, die Verantwortlichkeiten dargelegt und die Strafanträge gestellt. Anschließend werden die Verteidiger ihre Argumente präsentieren, bevor das Gericht sein Urteil fällt.
Die Angehörigen der 44 Opfer haben seit dem Tag des Verschwindens um Aufklärung gekämpft. Jeden 15. des Monats organisieren sie Gedenkveranstaltungen und halten die Erinnerung an ihre Liebsten wach.
Comodoro Rivadavia ist die bevölkerungsreichste Stadt der Provinz Chubut und ein wichtiges Zentrum der Öl- und Gasindustrie. Das dortige Bundesgericht ist für Fälle mit nationaler Bedeutung in der Region zuständig.
Die Armada Argentina ist eine der drei Teilstreitkräfte des Landes. Die ARA San Juan war eines der wichtigsten Schiffe der Flotte, was die Tragödie zu einem nationalen Trauerfall machte.
Nach dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft werden die Verteidiger der Angeklagten das Wort erhalten. Das Gericht wird dann alle Beweise und Argumente abwägen, bevor es ein Urteil fällt. Aufgrund der Komplexität des Falls könnte das endgültige Urteil noch Monate auf sich warten lassen.
Quellen: Infobae | Tiempo Sur
Alfredo S. Quiroga