03/07/2026 03:34 - Economia
Die Inspección General de Justicia (IGJ) – Argentiniens Behörde zur Aufsicht und Registrierung von Gesellschaften und zivilen Organisationen (vergleichbar mit einem Handelsregisteramt) – hat einen historischen Schritt in Richtung Effizienz getan. Durch die Resolución General 9/2026, veröffentlicht im Amtsblatt (Boletín Oficial) am 02. Juli 2026 und in Kraft seit dem 03. Juli 2026, wird unnötige Bürokratie bei der Einreichung von Jahresabschlüssen (Bilanzen, Geschäftsberichte und Managementberichte) abgeschafft.
Das neue System ersetzt persönliche Verfahren durch eine 100% digitale Plattform. Das bedeutet das Ende von physischen Datenträgern wie CDs oder USB-Sticks, doppelt ausgedruckten Formularen, notariellen Beglaubigungen von Unterschriften und langen Schlangen an den Schaltern der Behörde.
Die Reform betrifft auch zivile Vereine und Stiftungen, jedoch mit einem inklusiven Ansatz. Für die kleinsten Organisationen, wie Stadtteilvereine (clubes de barrio), Rentnerzentren, Suppenküchen und öffentliche Bibliotheken – die in Argentinien das soziale Gefüge in den Vierteln tragen – wurde ein ultravereinfachtes Regime geschaffen.
Diese Organisationen können nun anstelle vollständiger Jahresabschlüsse eine einfache Aufstellung von Einnahmen und Ausgaben einreichen. Dies reduziert den administrativen und finanziellen Aufwand erheblich für diejenigen, die das soziale Netz des Landes aufrechterhalten.
Jahresabschlüsse, die sich zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Norm noch im Verfahren befinden und auf Prüfung warten, können optional auf das neue digitale System migriert werden, gemäß dem von der IGJ festgelegten Verfahren. Dies gewährleistet einen geordneten Übergang ohne Nachteile für die Betroffenen.
Konsultierte Quellen: Argentina.gob.ar, Ámbito und Contadores en Red.
Alfredo S. Quiroga