22/07/2026 12:05 - Sociales
Am Samstag, dem 18. Juli 2026, machten sich José Guillermo Bilbao und Noelia Gissella Siares von ihrer Farm auf den Weg in das Dorf in der Region Cerro Piedra, Provinz Santa Cruz. Ihr Ziel war einfach und dringend: Sie wollten Nahrung und Futter für die Tiere holen, da die Region von starken Schneefällen heimgesucht wurde. Doch der Wintersturm überraschte sie auf dem Weg.
Wie verschiedene Medien berichteten, sorgten rund 40 Zentimeter Schnee und starke Winde für sogenannte voladeros (vom Wind verwehte Schneewehen, die den Weg komplett blockieren). Als sie versuchten, einen alten alternativen Weg zu nehmen, blieb ihr Pick-up in einem Calafate-Strauch stecken, ohne dass sie vor- oder zurückkommen konnten.
Mehr als 44 Stunden lang war das Paar Temperaturen von -22 Grad Celsius ausgesetzt. Da sie nur für kurze Zeit aufgebrochen waren, hatten sie lediglich Wasser und kein Essen dabei. Um im eisigen Frost zu überleben, teilten José und Noelia den Kraftstoff des Autos sorgfältig ein: Sie ließen den Motor nur kurz laufen, um die Heizung zu nutzen, und schalteten ihn dann wieder ab, um keinen Treibstoff zu verlieren.
Der Alarm wurde erst 24 Stunden nach dem Feststecken ausgelöst, als der Kontakt über ein satellitengestütztes Kommunikationssystem gelang. Josés Bruder, Jorge Bilbao, leitete die verzweifelten Maßnahmen ein und kontaktierte lokale Behörden sowie den Sicherheitsminister von Santa Cruz, Pedro Prodromos.
Die Rettung wurde zu einer logistischen Herausforderung. Am Sonntag, dem 19. Juli 2026, halfen die Teams zunächst einem anderen Paar, das in der Nähe festsaß, was die Suche kurz verzögerte. Gegen Mitternacht machte sich schließlich ein Schneepflug auf den Weg und brauchte fast fünf Stunden für etwas mehr als 100 Kilometer.
04:30 Uhr
Montag, 20. Juli 2026
Ein Einsatzteam fand das festgefrorene Auto. Überraschenderweise waren beide in gutem Gesundheitszustand und benötigten keine Notfallversorgung.
Diese Rettung ereignete sich während der intensivsten Kältewelle des Jahres. Der argentinische Wetterdienst (SMN) hatte Warnungen für Santa Cruz ausgegeben, da die Temperaturen auf bis zu -20 Grad sanken.
José Bilbao bedankte sich später im Radio: Der Schnee hat uns überrascht, aber zum Glück ist alles gut gegangen.
Alfredo S. Quiroga