14/06/2026 12:30 - Politica
Un libro abierto sobre un escritorio de juzgado con documentos legales y una balanza de justicia
Der Anwalt Mario Augusto Fernández Moreno, Sekretär des Bundesgerichts Nr. 1 in Bahía Blanca seit 18 Jahren, hat sein zweites Buch mit dem Titel „Zaffaroni en tres actos. De jurista prodigio a mito fascista“ (Zaffaroni in drei Akten. Vom Wunderjuristen zum faschistischen Mythos) vorgelegt. Das Werk ist eine scharfe Untersuchung der Laufbahn von Eugenio Raúl Zaffaroni, einer der einflussreichsten Figuren des lateinamerikanischen Strafrechts.
Für deutsche Leser ist es wichtig zu verstehen, dass Zaffaroni in Argentinien nicht nur ein Richter war, sondern ein intellektueller Vordenker („garantista“), der weltweit für seine Theorien zur Einschränkung der Strafgewalt bekannt ist. Dieses Buch konfrontiert nun seine akademische Theorie mit seiner richterlichen Praxis während der blutigen Militärdiktatur (1976-1983).
Der schockierendste Befund der Untersuchung bezieht sich auf den Habeas Corpus. In Deutschland ist dies ein juristisches Instrument gegen rechtswidrige Festnahmen. In Argentinien war es während der Diktatur oft die einzige Lebensversicherung für politische Gefangene.
Laut Fernández Moreno hat Zaffaroni während seiner Zeit als Bundesrichter in der Diktatur mehr als 95 % dieser Anträge abgelehnt. Das Buch dokumentiert „Fall für Fall und Blatt für Blatt“ diese Entscheidungen.
Die tragische Bilanz: Mindestens 46 Menschen, deren Anträge auf Rechtsschutz Zaffaroni ablehnte, wurden später ermordet oder „verschwunden“. Der Begriff „Desaparecidos“ (Verschwundene) bezeichnet in Argentinien die Opfer des Staatsterrors, die heimtückisch entführt und getötet wurden.
Ein zentraler Teil des Buches analysiert Zaffaronis Rolle in der modernen Politik. Der Autor beschreibt, wie Zaffaroni zum Haupttheoretiker des „Lawfare“ wurde.
Hintergrund für Deutschsprachige: Lawfare ist ein Kofferwort aus „Law“ (Recht) und „Warfare“ (Kriegsführung). Es beschreibt den strategischen Missbrauch des Rechtssystems, um politische Gegner zu schädigen oder zu disqualifizieren. Zaffaroni popularisierte diesen Begriff in Lateinamerika, um juristische Angriffe gegen progressive Politiker zu verteidigen.
Dank des Open-Access-Formats (freier Zugang) der spanischen Verlagsgruppe Atelier hat das Werk eine schnelle Verbreitung gefunden.
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Die Leser stammen aus Argentinien, Spanien, Peru, Mexiko, Deutschland und anderen Nationen.
Mario Augusto Fernández Moreno ist Anwalt (Universidad del Salvador) mit einem Master in Strafrecht (Universität Sevilla). Er verbindet akademische Strenge mit jahrzehntelanger Erfahrung am Bundesgericht in Bahía Blanca, einer wichtigen Stadt im Süden der Provinz Buenos Aires.
Das Buch wirft zudem ein Licht auf die historische Verantwortung der Justiz während der Diktatur und die Nutzung von Menschenrechtsfällen als politische Druckmittel in der jüngeren argentinischen Geschichte.
Alfredo S. Quiroga
Conspiraciones