17/06/2026 15:22 - Economia
Granos de maíz dorado cayendo sobre una balanza comercial, simbolizando el intercambio entre Argentina y Argelia
Während Millionen Fans das Debüt der "Scaloneta" (der argentinischen Nationalmannschaft unter Trainer Lionel Scaloni) bei der WM 2026 verfolgen, läuft im Hintergrund ein anderes Spiel: der Außenhandel. Eine Beziehung, die im Jahr 2025 die Marke von 1,17 Milliarden Dollar durchbrach und Algerien zum wichtigsten Exportziel Argentiniens in Afrika macht. Für den deutschen Leser ist es wichtig zu verstehen: Argentinien ist einer der größten Lebensmittelproduzenten der Welt („Kornkammer der Welt“), und Algerien ist ein strategischer Partner für die Versorgungssicherheit in Nordafrika.
Der Handel zwischen beiden Ländern zeigt ein klares Gefälle zugunsten Argentiniens. Dies ist typisch für die Beziehung zwischen rohstoffreichen Ländern des Südens und energiebedürftigen Volkswirtschaften. Laut Daten des Argentinischen Komitees der Internationalen Handelskammer und der Rosario-Börse (der wichtigsten Börse für Agrarrohstoffe in Argentinien):
| Konzept | 2024 | 2025 |
|---|---|---|
| Argentinische Exporten nach Algerien | 1,012 Mrd. $ | 1,164 Mrd. $ |
| Importe aus Algerien | 131 Mio. $ | 118 Mio. $ |
| Handelsüberschuss für Argentinien | ~881 Mio. $ | +1.000 Mio. $ |
Dieser Überschuss von über 1 Milliarde Dollar macht Algerien zu einem der 20 wichtigsten Märkte für argentinische Exporte weltweit. Im Jahr 2025 belegte es den 18. Platz als Ziel für argentinische Verkäufe.
Der argentinische Exportkorb nach Algerien wird von Agrarprodukten dominiert. Die „Pampa Húmeda“ (feuchte Pampa), das fruchtbare Grasland im Herzen Argentiniens, ermöglicht diese Produktionsmengen.
#1 Mais
#2 Milchpulver
Weitere Produkte
Algerien verfügt über riesige Öl- und Gasreserven und gehört zum OPEC-Kartell. Die Importe Argentiniens konzentrieren sich daher auf Energie und chemische Inputs für die Landwirtschaft.
| Bevölkerung | ~47 Millionen Einwohner |
| Fläche | 2,38 Mio. km² (größtes Land Afrikas) |
| BIP | 267 Mrd. $ |
| Reserven | 57 Mrd. $ |
| Position in Afrika | 4. Wirtschaft des Kontinents |
Im Mai 2026 trafen sich der argentinische Botschafter in Algerien, Atilio Berardi, mit dem algerischen Minister für Landwirtschaft, Yacine Mehdi Oualid, um die agroindustrielle Agenda zu vertiefen. Die erzielten Vereinbarungen umfassen:
"Dieses Treffen stellt einen weiteren Schritt dar, um Argentinien als Schlüssellieferanten für Lebensmittel und Agrartechnologie in Algerien und Nordafrika zu positionieren, in einem Kontext wachsender Nachfrage nach Ernährungssicherheit in der Region", berichtete die argentinische Botschaft.
Der Zugang zum algerischen Markt ist nicht ohne Hindernisse. Algerien ist kein Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) und schützt seine Wirtschaft mit hohen Zöllen:
Laut der Gruppe der südlichen Produzentenländer (GPS) könnte die Nachfrage nach Lebensmitteln in Algerien bis 2050 um 22% steigen. Fleisch, Gemüse und Obst würden nahezu 71% der künftigen Nachfrage ausmachen, was die Chancen für die argentinische Agroindustrie unterstreicht.
Am 16. Juni 2026 debütierte Argentinien in der WM 2026 gegen Algerien im Kansas City Stadium mit einem deutlichen Sieg von 3:0, inklusive eines Dreierpacks (Hattrick) von Lionel Messi. Während der Fußball die globale Aufmerksamkeit auf sich zieht, wächst die Handelsbeziehung weiter: Im ersten Quartal 2026 summierten sich die argentinischen agroindustriellen Exporte nach Algerien bereits auf mehr als 960 Millionen Dollar. Damit festigt sich das afrikanische Land als einer der wichtigsten strategischen Partner für Argentiniens Landwirtschaft auf dem Kontinent.
Alfredo S. Quiroga