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Die Trumpfkarte der Regierung zur schnellen Senkung der Inflation

04/07/2026 14:17 - Economia

Ein entinflationierendes Szenario mit Benzin als Protagonist

Die Verlangsamung der Inflation in Argentinien könnte einen unerwarteten Verbündeten im Energiesektor haben. Argentinien leidet seit Jahrzehnten unter chronisch hoher Inflation. Laut einem Bericht der Beratungsfirma 1816 sind die Kraftstoffpreise auf lokaler Ebene im Vergleich zum internationalen Ölpreis aus dem Gleichgewicht geraten und müssten um rund 16 % sinken, um zum historischen Verhältnis zum Brent-Barrel vor dem Konflikt im Nahen Osten zurückzukehren.

Diese Reduzierung hätte einen direkten Einfluss von etwa 0,65 Prozentpunkten auf den Verbraucherpreisindex (IPC), ohne die indirekten Auswirkungen auf Transport und Logistik zu berücksichtigen. Die endgültige Entscheidung hängt jedoch von der Strategie von YPF (dem staatlichen Erdölunternehmen Argentiniens) und den Prioritäten der nationalen Regierung ab.

Der Puffer, der die Taschen schützte

In den Monaten, in denen der internationale Rohölpreis in die Höhe schoss, vermied es YPF, diese Erhöhung vollständig an die Zapfsäulen weiterzugeben. Diese Strategie schuf einen Puffer, der die inflationären Auswirkungen abfederte, aber gleichzeitig die Raffinerie- und Vertriebsmargen des Unternehmens verringerte.

Nun, da der Brent-Barrel nach unten korrigiert wird, bleiben die lokalen Kraftstoffe relativ teuer. Für den Ökonomen Leo Anzalone, Direktor des CEPEC, ist es am wahrscheinlichsten, dass die Regierung dieses Szenario nutzen wird, um die verlorenen Margen wieder aufzufüllen, indem sie die Preise stabil hält, anstatt sofortige nominale Senkungen vorzunehmen.

Zwei mögliche Wege

Die Beratungsfirma 1816 schlägt zwei Szenarien für die kommenden Monate vor:

  • Beibehaltung der aktuellen Preise: Bis Mitte November, was es YPF und anderen Raffinerien ermöglicht, die Kosten des Puffers wiederzugewinnen.
  • Beschleunigung der Entinflationierung: Senkungen bei den Kraftstoffen vorantreiben, um den IPC nach unten zu drücken und den niedrigeren internationalen Ölpreis zu nutzen.

Der Ökonom Federico Glustein stimmt dem zu, dass die Regierung wahrscheinlich versuchen wird, das Investierte zurückzugewinnen und die Steuereinnahmen aus Kraftstoffen zu verbessern, die real gesunken sind.

Der Markt rechnet mit einer viel niedrigeren Inflation

Verschiedene private Messungen deuten darauf hin, dass die Inflation im Juni die Marke von 2 % pro Monat durchbrochen hat. Für Balanz Research wird eine Inflation von 1,9 % für Juni und Juli und ein Durchschnitt von 1,5 % pro Monat im zweiten Halbjahr erwartet, was eine Jahresprojektion von 27,5 % ergibt. Die in den CER-Anleihen (inflationsindexierte Anleihen in Argentinien) implizierten Preise spiegeln noch optimistischere Erwartungen wider, die bei 1,4 % pro Monat für das vierte Quartal liegen.

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Alfredos Kolumne Alfredo S. Quiroga

Alfredo S. Quiroga