22/07/2026 18:17 - Politica
Im Spannungsklima nach der Niederlage der argentinischen Nationalmannschaft im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 und den anschließenden internationalen Kritiken reichten der Provinzabgeordnete Agustín Romo zusammen mit 19 Abgeordneten von La Libertad Avanza (LLA) und PRO am 21. Juli 2026 einen Gesetzentwurf in der Legislative der Provinz Buenos Aires ein. Dieser sieht vor, medizinische Versorgung und universitäre Bildung für ausländische Staatsbürger, die keinen dauerhaften Wohnsitz in Argentinien nachweisen können, kostenpflichtig zu machen. (Hinweis: La Libertad Avanza ist die Partei des aktuellen Präsidenten Javier Milei, PRO ist eine verbündete Mitte-Rechts-Partei. Die Provinz Buenos Aires ist die bevölkerungsreichste Provinz des Landes.)
Das Projekt sieht vor, dass Ausländer ohne dauerhaften Wohnsitz die Kosten für planbare medizinische Leistungen durch eine Krankenversicherung, einen Dritten oder durch direkte Gebührenzahlung decken müssen. Die Abrechnung soll über das System der Organisierten Medizinischen Versorgung (SAMO) abgewickelt werden.
Ausnahmen Niemand darf in Notfällen oder bei Lebensgefahr abgewiesen, verzögert oder bedingt werden. Die Kostenrückforderung erfolgt erst nach der Stabilisierung des Patienten. Ausgenommen sind auch Opfer von Menschenhandel sowie Personen, die Impfungen oder Behandlungen für übertragbare Krankheiten aus Gründen des öffentlichen Gesundheitswesens benötigen.
Die Initiative verpflichtet staatliche Provinzuniversitäten, eine Gebühr für Bachelor-Studiengänge (Grado) von nicht ansässigen Ausländern festzulegen. Jede Universität wird die Beträge und Zahlungsmodalitäten selbst definieren.
Wichtig Das Projekt gilt nicht für nationale Universitäten in der Provinz, wie die Universidad Nacional de La Plata (UNLP) oder die Universidad Tecnológica Nacional (UTN). Es würde sich auf Institutionen wie die Universidad Provincial de Sudoeste und die Universidad Provincial de Ezeiza beziehen.
Abgeordneter Romo rechtfertigte die Maßnahme mit dem Argument, es sei 'nicht gerecht, dass Personen, die sich vorübergehend im Land aufhalten, diese Dienste kostenlos nutzen können, ohne zu ihrem Erhalt beizutragen'. Der Vorschlag entsteht in einem Kontext, in dem soziale Netzwerke angebliche Spötteleien von in Argentinien lebenden Ausländern nach dem WM-Finale viral machten.
Auf nationaler Ebene erinnerte der Unterstaatssekretär für Universitätspolitik, Alejandro Álvarez, daran, dass der DNU 366/2025 (Decreto de Necesidad y Urgencia - ein Präsidialerlass mit Gesetzeskraft) es nationalen Universitäten bereits erlaubt, nicht ansässige ausländische Studierende zu verlangen, obwohl die endgültige Entscheidung bei jeder Institution liegt.
Die Initiative erhielt Unterstützung von verschiedenen Figuren der Regierungsparteien, darunter die Fraktionsvorsitzende im Senat, Patricia Bullrich, die in ihren sozialen Netzwerken ironisierte: 'Wir sind die Schlimmsten! Aber die Auserwählten'. Der Präsident Javier Milei teilte Nachrichten, die mit einer angeblichen 'weltweiten Anti-Argentinien-Kampagne' verbunden waren, und zitierte Winston Churchill.
Seitens der Opposition warnte ein befragter PRO-Abgeordneter, dass es 'keine gute Entscheidung in der öffentlichen Politik sei, sich nach einer sportlichen Niederlage aufzuregen'. Er hielt den Vorschlag für 'etwas fremdenfeindlich' und forderte eine ruhigere Debatte.
Alfredo S. Quiroga