22/07/2026 18:29 - Actualidad
Nach der Pause, die durch die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 verursacht wurde, nahmen verschiedene Gewerkschaften und soziale Organisationen am Mittwoch, den 22. Juli 2026, ihre Protestagenda im ganzen Land wieder auf. Die Confederación General del Trabajo (CGT) – der größte Gewerkschaftsbund Argentiniens –, beide Flügel der Central de Trabajadores de la Argentina (CTA), die Unión de Trabajadores de la Economía Popular (UTEP) (Gewerkschaft der informellen Arbeiter) und die Asociación Trabajadores del Estado (ATE) (Gewerkschaft der Staatsbediensteten) leiteten einen nationalen Aktionstag, um die Situation der Rentner sichtbar zu machen und Sozialpolitik einzufordern.
Die Hauptmobilisierung fand in der Stadt Buenos Aires statt, wo sich die Demonstranten ab 15:00 Uhr an der Ecke Rivadavia und Rodríguez Peña versammelten, um zum Nationalkongress zu marschieren, der durch Absperrungen geschützt war. Sie begleiteten dabei den traditionellen wöchentlichen Protest der Senioren. Das Hauptziel war es, eine Verbesserung der Renten zu fordern und einen friedlichen Dialog mit der Regierung von Javier Milei zu suchen.
Ein zentraler Punkt der Proteste war die prekäre Rentensituation. Laut den Demonstratoren stieg die Mindestrente im Juli von 403.302,81 auf 411.989 argentinische Pesos durch die monatliche Anpassung. Zusammen mit einer außerordentlichen Prämie von 70.000 Pesos (die seit Regierungsbeginn eingefroren ist), erreicht das Mindesteinkommen 481.989 argentinische Pesos. Gewerkschaftsführer betonten, dass dieser Betrag angesichts der Lebenshaltungskosten nicht ausreicht, zeigten sich aber zuversichtlich, Lösungen zu finden.
Ein weiteres wichtiges Anliegen war die Verteidigung des Programms Volver al Trabajo (früher Potenciar Trabajo), einem staatlichen Beschäftigungsprogramm, das rund 900.000 Begünstigte mit einem monatlichen Einkommen von 78.000 Pesos unterstützte. Die Nationalregierung plant, dieses durch ein System von Ausbildungsgutscheinen zu ersetzen. Führende Persönlichkeiten wie Jorge Sola von der CGT wiesen auf den Verlust von mehr als 300.000 Arbeitsplätzen und die Schließung von 23.000 kleinen und mittleren Unternehmen (PYMES) hin, betonten jedoch die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung durch kollektive Anstrengungen.
Der Protesttag wurde in verschiedenen Provinzen mit einem Aufruf zu friedlicher Bürgerbeteiligung repliziert:
Die Führungsfiguren kündigten an, dass der Zeitplan für friedliche Proteste in den kommenden Wochen fortgesetzt wird. Der nächste Meilenstein ist der 7. August 2026 mit dem traditionellen Marsch zu Ehren von San Cayetano (dem Schutzpatron der Arbeit und des Brotes), der von den sozialen Bewegungen organisiert wird und mit einer Kundgebung auf der Plaza de Mayo endet. Die Organisationen sind vom Dialog überzeugt und halten an ihrer Entschlossenheit fest, auf friedlichem Weg Antworten auf die sozialen Forderungen zu erhalten, bevor strengere Maßnahmen wie ein Generalstreik in Erwägung gezogen werden.
Alfredo S. Quiroga