17/06/2026 15:11 - Politica
Catedral católica con cúpula dorada y cruz iluminada al atardecer frente a edificio gubernamental moderno en Buenos Aires, representando el diálogo entre la Iglesia y el Estado argentino
Die Argentinische Bischofskonferenz (CEA) hat ein Kommuniqué veröffentlicht, in dem sie frontal das Projekt des Gesetzes zur Unverletzlichkeit des Privateigentums in Frage stellt, das die Verwaltung von Javier Milei vorantreibt. Den Angaben von Imago zufolge haben die Bischöfe ihre Besorgnis über die Auswirkungen dieser Normative auf die Fähigkeit des Staates zum Ausdruck gebracht, wirtschaftliche Aktivitäten zu regulieren und das Gemeinwohl zu schützen.
Das Projekt, Teil des Reformpakets der libertären Regierung, zielt darauf ab, verfassungsrechtlich verankerte Garantien für das Privateigentum zu stärken und die Befugnisse des Staates zur Intervention in wirtschaftliche, ökologische und soziale Angelegenheiten erheblich einzuschränken.
Die kirchliche Hierarchie vertritt die Position, dass:
Dieser neue Spannungsherz kommt zu einem besonders komplexen Zeitpunkt für Mileis Regierung:
Javier Milei ist ein argentinischer Ökonom und Politiker, der im Dezember 2023 als Präsident Argentiniens sein Amt antrat. Er ist der Gründer der libertären Partei La Libertad Avanza und vertritt radikale marktwirtschaftliche Positionen. Milei, bekannt für seinen exzentrischen Stil und seine aggressiven Auftritte, hat sich zum Ziel gesetzt, den argentinischen Staat radikal zu verkleinern, Subventionen zu streichen und die Wirtschaft zu dollarisieren. Seine Reformen haben sowohl im In- als auch im Ausland für Aufsehen gesorgt.
Die katholische Kirche vertritt traditionell die Auffassung, dass das Privateigentum eine soziale Funktion erfüllt. Der Katechismus der Katholischen Kirche stellt fest, dass "die universale Bestimmung der Güter anordnet, dass das Privateigentum auch auf das Gemeinwohl ausgerichtet sein muss". Diese doktrinäre Haltung wurde von Päpsten seit Leo XIII. bis Franziskus bekräftigt, der in der Enzyklika Fratelli Tutti (2020) unterstrich, dass "das Recht auf Privateigentum nur als sekundäres natürliches Recht betrachtet werden kann".
"Die christliche Tradition hat das Recht auf Privateigentum niemals als absolut und unantastbar anerkannt, sondern es im Rahmen des gemeinsamen Rechts aller Menschen verstanden, die Güter der Schöpfung zu nutzen." - Papst Franziskus, Fratelli Tutti (2020)
Das Projekt des Gesetzes zur Unverletzlichkeit des Privateigentums zielt darauf ab, verstärkte Schutzmaßnahmen für das Eigentum auf Verfassungsebene zu etablieren und die Befugnisse des Staates zur Intervention, Enteignung oder Regulierung wirtschaftlicher Aktivitäten zu begrenzen. Kritiker warnen vor Auswirkungen auf:
| Bereich | Mögliche Auswirkungen laut Kritikern |
|---|---|
| Arbeitsrechte | Einschränkungen bei der Regulierung von Arbeitsbedingungen |
| Umweltschutz | Geringere Befugnisse zur Festlegung ökologischer Beschränkungen |
| Wirtschaftspolitik | Reduzierung staatlicher Interventionsinstrumente |
| Verbraucherrechte | Mögliche Schwächung von Schutzvorschriften |
Die Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und dem argentinischen Staat sind historisch eng. Argentinien ist ein Land mit starker katholischer Tradition: Etwa 77% der Argentinier bezeichnen sich als katholisch. Die Kirche spielt eine wichtige Rolle in der öffentlichen Meinung und hat traditionell Einfluss auf soziale Themen.
Papst Franziskus selbst ist Argentinier; vor seiner Wahl zum Papst 2013 war er Erzbischof von Buenos Aires. Dies verleiht der Stimme der argentinischen Kirche ein besonderes Gewicht.
Das Verhältnis zwischen der Kirche und Mileis Regierung war von Anfang an spannungsgeladen. Milei, Agnostiker, hat die kirchliche Verwaltung und den Einfluss der Bischöfe kritisiert, während diese ihre Besorgnis über die Sozial- und Wirtschaftspolitik zum Ausdruck gebracht haben.
Quelle: LA NACIÓN - Originalartikel ansehen
Alfredo S. Quiroga