17/06/2026 22:30 - Economia
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Die Comisión Nacional de Valores (CNV) – Argentiniens Entsprechung zur deutschen BaFin – hat mit der Resolución General N° 1152 vom 17. Juni 2026 das sogenannte Interpretative Kriterium Nr. 99 aufgehoben. Diese Regel hatte seit September 2025 die Handlungsmöglichkeiten von Börsenmaklern stark eingeschränkt.
Der Zeitpunkt ist symbolträchtig: Argentiniens Wirtschaft unter Präsident Javier Milei zeigt deutliche Anzeichen der Stabilisierung. Die Lücke zwischen dem inoffiziellen „Blue-Dollar“ und dem offiziellen Kurs liegt bei nur noch 0,7% – ein historisches Tief.
Für deutsche Leser wichtig zu verstehen: Argentinien verfügt über mehrere Wechselkurse parallel zueinander:
Diese Parallelwährungen sind eine Folge der strikten Devisenkontrollen, die Argentinien seit Jahrzehnten prägen.
Die ursprüngliche Regelung zielte auf Währungsarbitrage ab – ein Geschäftsmodell, bei dem:
Die CNV verbot den sogenannten ALyCs (Agentes de Liquidación y Compensación – vergleichbar mit deutschen Wertpapierhandelsbanken) den Verkauf von Dollar-Wertpapieren, wenn sie gleichzeitig Pesos-Finanzierungen hielten.
Die RG N° 1152 führt zwei wesentliche Ausnahmeregelungen ein:
Broker können weiterhin während des Handelstages Dollar-Positionen verkaufen, solange diese vor Tagesende wieder geschlossen werden.
NEU: ALyCs dürfen Dollar-Positionen bis zu 15% ihres Nettovermögens (abzüglich regulatorischen Mindestkapitals) wiederaufbauen – mit täglichen Volumenbegrenzungen.
425 pb
Tiefster Stand seit April 2018
0,7%
Zwischen Blue- und Offiziell-Kurs
2,1%
Fortgesetzte Entschleunigung
Die Maßnahme steht im Einklang mit weiteren positiven Signalen für Argentiniens Wirtschaft:
| Indikator | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| BCRA-Interventionen | USD 10,6 Mrd. Nettokäufe | Zentralbank baut Reserven auf |
| S&P-Rating | CCC+ → B- | Kreditwürdigkeit verbessert |
| Weltbank-Garantie | USD 2 Mrd. | Internationales Vertrauen |
Hintergrund: Präsident Javier Milei, der im Dezember 2023 sein Amt antrat, verfolgt eine radikale Wirtschaftspolitik mit Deregulierung, Staatsausgabenkürzungen und einem Abbau der Zentralbank-Bilanz. Die schrumpfende Wechselkurslücke gilt als wichtiger Erfolg seiner Politik.
„Wir haben die bestehenden Ausnahmen für ALyCs und Verhandlungsmakler klargestellt und neue Szenarien hinzugefügt – immer im Rahmen der geltenden Normen, ohne die Operationen der Akteure zu beeinträchtigen.“
Die Lockerungen verbessern die Handlungsflexibilität argentinischer Börsenmakler bei Dollar-Positionen. Für ausländische Investoren signalisiert dies eine fortschreitende Normalisierung des argentinischen Kapitalmarktes – insbesondere relevant für institutionelle Anleger, die über argentinische Intermediäre operieren.
Quellen: Ámbito Financiero | iProfesional
Alfredo S. Quiroga