04/07/2026 15:19 - Internacionales
Wie der The Guardian am 04. Juli 2026 berichtete, hat die Regierung des Vereinigten Königreichs die Finanzierung des Programms Strengthening Higher Education for Female Empowerment (SHEFE) eingestellt, nur zwei Jahre nach seiner Ankündigung.
Das Projekt wurde im Mai 2024 von der damaligen konservativen Regierung mit einem Budget von 45 Millionen Pfund (ca. 53 Millionen Euro) ins Leben gerufen. Es hatte das edle Ziel, das Leben von einer Million Studierenden in Regionen wie Subsahara-Afrika, Südasien, Südostasien, dem Nahen Osten und Nordafrika positiv zu beeinflussen.
Die Entscheidung steht im Rahmen einer Reduzierung des Budgets für Entwicklungshilfe. Dieses wird 2027 von 0,5 % auf 0,3 % des Bruttonationaleinkommens (BNE) gesenkt, um mehr Mittel für die Landesverteidigung bereitzustellen. Für deutschsprachige Leser: Das BNE ähnelt dem Bruttoinlandsprodukt (BIP), schließt aber auch Einkommen aus dem Ausland ein, was es zur Standardmessgröße für Entwicklungshilfe macht.
Diese Maßnahme hat weltweit Besorgnis ausgelöst, da UNICEF für das Jahr 2026 einen Rückgang der globalen Bildungshilfe um 3,2 Milliarden Dollar prognostiziert.
Was war das Ziel des SHEFE-Programms? Die Initiative wollte 12 Allianzen zwischen Unternehmen, Universitäten und Regierungen schaffen. Zu den Zielen gehörten der Abbau von Barrieren für den Zugang zur Hochschulbildung, die Steigerung der weiblichen Beteiligung in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und die Reduzierung von geschlechtsspezifischer Gewalt im akademischen Umfeld.
Abgeordnete wie Bambos Charalambous von der Labour-Partei und Organisationen der Zivilgesellschaft wie das Netzwerk Bond (ein britischer Dachverband für NGOs) drückten ihre Alarmbereitschaft über die Auswirkungen dieser Kürzungen auf die Geschlechtergleichstellung aus.
Trotz dieses Szenarios leuchtet die Widerstandsfähigkeit der Schülerinnen weiter. Wie das britische Medium hervorhob, studieren in Ländern wie Afghanistan, wo die Sekundarbildung für Mädchen verboten ist, viele junge Frauen weiterhin in geheimen Schulen.
Das historische Engagement des Vereinigten Königreichs für die globale Bildung, das zwischen 2015 und 2024 fast 20 Millionen Kinder unterstützte (davon die Hälfte Mädchen), bleibt ein unbezahlbarer Präzedenzfall. Die internationale Gemeinschaft und verschiedene NGOs bleiben optimistisch und hoffen, neue Allianzen zu schaffen, die das Recht auf Bildung garantieren und beweisen, dass der Wille zur Selbstverbesserung keine Grenzen oder Budgetkürzungen kennt.
Quellen: The Guardian, Foreign, Commonwealth & Development Office. Hier finden Sie die Originalquelle.
Alfredo S. Quiroga