20/07/2026 22:45 - Economia
Der argentinische Markt startete mit einer moderaten und ermutigenden Erholung in die Woche. Berichten von Ámbito und Infobae zufolge erreichte der S&P Merval der Börse von Buenos Aires am 20. Juli 2026 ein Plus von 0,7 % in Pesos und 1,4 % in Dollar, womit er bei 3.223.652 Punkten schloss. Dieser Anstieg wurde von Energieunternehmen angeführt, die von den international steigenden Rohölpreisen profitierten.
Der S&P Merval ist der wichtigste Aktienindex der Börse von Buenos Aires (Bolsa de Comercio de Buenos Aires). Er misst die Performance der größten und liquidesten Unternehmen Argentiniens. Ein Anstieg bedeutet, dass Investoren den Wert lokaler Unternehmen optimistisch einschätzen.
Das Länderrisiko, gemessen von der Bank JP Morgan, ist ein Indikator für die Wahrscheinlichkeit, dass ein Staat seine Schulden nicht begleicht. Je niedriger die Zahl (in Basispunkten), desto größer ist das Vertrauen der Investoren in die Wirtschaft dieses Landes.
Die Erholung der lokalen Börse hatte einen klaren Branchenschwerpunkt, der Unternehmen aus Produktion, Transport und Energievertrieb begünstigte. Zu den größten Gewinnern des Tages gehörten:
Die ADRs (American Depositary Receipts, also argentinische Aktien, die in US-Dollar an der Wall Street gehandelt werden) zeigten ebenfalls eine positive Entwicklung. Pampa Energía stieg um 2,6 %, Edenor um 2,3 %, Central Puerto um 1,8 % und YPF um 1,6 %.
Auf dem Anleihemarkt verzeichneten die in Dollar notierenden argentinischen Staatsanleihen eine moderate Erholung. Die Titel GD46 und GD29 (Argentiniens wichtigste Staatsanleihen) führten die Gewinner mit einem Plus von 0,7 % an, während der AL30 um 0,1 % zulegte. Diese Verbesserung bei den Staatsanleihen führte dazu, dass das Länderrisiko um 0,7 % nachgab und bei 416 Basispunkten schloss. Damit nähert es sich der psychologischen Marke von 400 Punkten.
Das globale Szenario war entscheidend. Wie El Chorrillero berichtet, befeuerten die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten den Ölpreis. Die US-Sorte WTI stieg um 0,9 % auf 82,49 USD pro Fass, während Brent um knapp 1 % auf 88,97 USD zulegte. Dieser Ölpreisanstieg wirkte sich positiv auf lokale Energiewerte aus und zeugt von der Anpassungsfähigkeit des argentinischen Marktes an externe Schwankungen.
Der Optimismus beruhte auch auf soliden lokalen Fundamentaldaten. Es wurde bekannt, dass die Löhne im Mai um 2,2 % stiegen und damit zum dritten Monat in Folge die Inflation (die bei 2,1 % lag) übertrafen. Zudem verzeichnete die argentinische Handelsbilanz im Juni einen Überschuss von 2.194 Mio. USD, mit einem Jahreswachstum der Exporte um 24,5 %. Diese Informationen wurden aus Somos Pymes und El Día zusammengetragen.
Mit einem Finanzmarkt, der Reife und Widerstandsfähigkeit zeigt, und makroökonomischen Fundamentaldaten, die auf eine Erholung der Kaufkraft hindeuten, zeichnet sich für Investoren und die argentinische Wirtschaft ein Horizont mit erneuter Hoffnung und Stabilität ab.
Alfredo S. Quiroga