21/07/2026 15:05 - Economia
Die argentinische Exekutive veröffentlichte am vergangenen 20. Juli 2026 im Boletín Oficial (das argentinische Amtsblatt) den Erlass 610/2026, unterzeichnet von Präsident Javier Milei, dem Verteidigungsminister Carlos Alberto Presti und dem Kabinettschef Diego Santilli. Diese Vorschrift regelt den neuen akademischen Bonus (suplemento por título) für das Personal der Streitkräfte. Dies ist eine historische Forderung, die darauf abzielte, die Situation des Militärs an die anderer staatlicher Organe anzugleichen.
Die Maßnahme aktualisiert das Gesetz für Militärpersonal (Ley para el Personal Militar) Nr. 19.101 und führt einen grundlegenden Wandel ein: Die Zusatzzahlung für akademische Ausbildung ist nicht mehr ausschließlich dem höheren Personal des professionellen Corps vorbehalten, sondern wird demokratisiert und erreicht alle Dienstgrade, die höhere Studien nachweisen können.
Laut Medien wie Infobae und La Voz hängt der zu empfangende Prozentsatz vom erreichten Bildungsniveau ab:
Offizielle Quellen wiesen darauf hin, dass dieser Zuschuss je nach Dienstgrad eine Nettoverbesserung von zwischen 300.000 und 400.000 argentinischen Pesos pro Monat für den Begünstigten darstellen könnte. Darüber hinaus erstreckt sich der Vorteil auf Personal im Ruhestand und auf Angehörige mit Rentenanspruch, sofern die akademischen Bedingungen vor dem Eintritt in den Ruhestand erfüllt wurden.
Obwohl dieser Bonus einen bedeutenden Fortschritt bei der Professionalisierung darstellt, sieht sich die Gehaltsstruktur der Streitkräfte noch wichtigen Herausforderungen gegenüber. Einem Bericht von BAE Negocios zufolge legte die Gemeinsame Resolution 35/2026 die Gehaltsskalen für Juni, Juli und August 2026 fest.
Das nationale Statistikinstitut (Indec) setzte für Juni ein Grundwarenkorb (Canasta Básica Total, CBT) von 1.531.472,91 argentinischen Pesos für eine Durchschnittsfamilie fest. Hohe Offiziere, wie ein Generalleutnant oder Admiral, erhalten 3.237.096 Pesos und liegen damit weit über der Armutsgrenze. Die niedrigsten Dienstgrade, wie ein Freiwilliger 2. Klasse (Voluntario de 2da), erhalten jedoch 703.322 Pesos, was sie unter die Armutsgrenze und sogar in die Nähe der extremen Armut bringt.
Die Stabschefs der jeweiligen Teilstreitkräfte sind dafür zuständig zu bestimmen, welche Abschlüsse als 'von Interesse' betrachtet werden, wobei die Affinität zu den vom Personal ausgeübten Aufgaben bewertet wird. Im Falle mehrerer Abschlüsse wird nur der mit dem höchsten akademischen Grad anerkannt.
Die Abschlüsse müssen durch das Gesetz für höhere Bildung, das Gesetz für technische und berufliche Bildung oder das nationale Bildungsgesetz anerkannt sein. Nach Vorlage der Bescheinigung bei der zuständigen Behörde wird die Zahlung ab dem ersten Tag des Monats nach Validierung der Unterlagen wirksam.
Dieser Schritt ist eine Ermutigung für diejenigen, die ihr Leben der nationalen Verteidigung widmen und sich ständig durch Bildung weiterentwickeln möchten. Die Professionalisierung ist der Weg in eine wohlhabendere Zukunft für unsere Streitkräfte.
Alfredo S. Quiroga