23/07/2026 12:21 - Politica
Das Projekt zur Unverletzlichkeit des Privateigentums, das von der argentinischen Regierung vorangetrieben wird, um den Kauf ländlicher Grundstücke durch Ausländer zu flexibilisieren, hat im Senat einen weiteren Rückschlag erlitten. Am 16. Juli 2026 beantragte Senatorin Patricia Bullrich angesichts fehlender Einigung und notwendiger Stimmen eine Vertagung, wodurch die Debatte auf den 6. August 2026 verschoben wurde.
Die Initiative sorgte in Provinzen mit internationalen Grenzen, wie Misiones, für Besorgnis. Misiones liegt im Nordosten Argentiniens und grenzt an Brasilien und Paraguay. Laut einem Bericht von El Territorio forderte Gouverneur Hugo Passalacqua die Senatoren von Misiones – Carlos Arce, Sonia Rojas Decut und Martín Goerling – explizit auf, das Projekt nicht zu unterstützen. Der Koordinierungsminister der Provinz, Carlos "Kako" Sartori, bestätigte, dass während eines Gesprächs im Misioner Institut für Biodiversität vor den Risiken einer weiteren Ausländerlandnahme in einer Grenzprovinz gewarnt wurde.
Das aktuelle Landgesetz (26.737), das seit 2011 in Kraft ist, legt eine Obergrenze von 15% für ländliche Grundstücke in ausländischer Hand auf nationaler, provinzieller und kommunaler Ebene fest, mit einer Höchstgrenze von 30% für Eigentümer aus einem einzigen Land. Zudem verbietet es den Kauf von Ufer- oder Grenzgrundstücken durch Nichtansässige.
Das von Desregulierungsminister Federico Sturzenegger vorangetriebene und von Bullrich verhandelte Projekt zielt darauf ab, diese Beschränkungen aufzuheben. Laut einer Analyse des Landobservatoriums der Universität Buenos Aires (UBA), zitiert von Huella del Sur, sind derzeit 13 Millionen Hektar (5% der Gesamtfläche) bereits in ausländischer Hand – das entspricht etwa der Fläche Englands.
Laut La Política Online erreichte die Regierung zwar das Quorum dank Senatoren aus Misiones, jedoch nicht die nötigen Stimmen für die Verabschiedung, sodass die Sitzung ausgesetzt werden musste. Senatorin Carolina Losada (UCR) erklärte auf der Landwirtschaftsmesse in Palermo, dass das Projekt "kurz vor der Verabschiedung stand" und vertraute darauf, dass die Differenzen vor dem 6. August gelöst werden könnten.
Die Debatte wird mit der Hoffnung auf einen Konsens wieder aufgenommen, der die territoriale Souveränität und die wirtschaftlichen Bedürfnisse des Landes respektiert – im Rahmen eines demokratischen Dialogs und einer konstruktiven Zusammenarbeit.
Quellen: El Territorio, Huella del Sur, La Nación, La Política Online, Agrofy.
Alfredo S. Quiroga