Was ist der plötzliche Herztod und warum ist er so still?
Der plötzliche Herztod ist ein unerwarteter Tod, der meist innerhalb der ersten Stunde nach Auftreten der Symptome eintritt. In Argentinien verursacht er schätzungsweise 40.000 Todesfälle pro Jahr, also 1 Fall pro 1.000 Einwohner.
Obwohl er oft mit scheinbar gesunden Menschen in Verbindung gebracht wird, sind sich die Experten einig, dass in den meisten Fällen eine vorbestehende Herz-Kreislauf-Erkrankung vorliegt, die nicht diagnostiziert wurde. Der Kardiologe Marcos Viruel vom ICBA erklärt: „Wenn man Fälle von plötzlichem Herztod untersucht, spricht man oft von scheinbar gesunden Menschen, weil sie zuvor keine Diagnose erhalten haben. In den meisten Fällen liegt jedoch eine verborgene kardiovaskuläre Erkrankung vor.“
Der Herz-Ursprung: eine fatale Herzrhythmusstörung
Die Ursache ist überwiegend kardial. Sie entsteht, wenn das Herz eine schwere Herzrhythmusstörung entwickelt, wie etwa Kammerflimmern, das verhindert, dass Blut in das Gehirn und den Rest des Körpers gepumpt wird. Der Kardiologe Alan Sigal vom ICBA präzisiert: „In westlichen Ländern liegt die Inzidenz bei etwa 50 bis 100 Fällen pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Nach dem 35. bis 40. Lebensjahr wird die Gefahr deutlich häufiger.“
Risikofaktoren: die stillen Feinde
- Ein vorheriger Herzinfarkt (Myokardinfarkt).
- Herzinsuffizienz oder eingeschränkte Pumpfunktion.
- Ventrikuläre Herzrhythmusstörungen oder angeborene Herzkrankheiten.
- Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, hohe Blutfettwerte und Adipositas.
- Familiäre Häufung von plötzlichem Herztod in jungen Jahren.
Die Rolle der Gemeinschaft: Jede Minute zählt
Dr. María Alejandra Angrisani vom Britischen Krankenhaus betont, dass mehr als 70 % der Fälle außerhalb des Krankenhauses auftreten: in Wohnungen, bei der Arbeit, auf Sportplätzen oder in öffentlichen Räumen. „Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute. Die Notrufnummer 107 zu wählen, mit der Herzdruckmassage zu beginnen und wenn möglich einen automatisierten externen Defibrillator (AED) zu verwenden, kann den Unterschied zwischen Leben und Tod machen.“
Das Gesetz 27.159 legt fest, dass öffentliche Räume mit mehr als 1.000 Menschen pro Tag mindestens einen AED bereitstellen müssen. Mit jeder Minute, die ohne Herz-Lungen-Wiederbelebung verstreicht, sinkt die Überlebensrate um 10 %.
Warnsignale erkennen, die der Körper sendet
- Plötzliche Ohnmacht ohne offensichtlichen Grund, insbesondere bei Belastung.
- Schnelle und unerwartete Herzschläge (Palpitationen).
- Brustschmerzen oder Atemnot bei Anstrengung.
- Krämpfe ohne neurologische Erklärung.
- Familiengeschichte von plötzlichem Herztod vor dem 50. Lebensjahr.
Fachleute raten, bei diesen Anzeichen einen Kardiologen zu konsultieren und regelmäßige Untersuchungen durchführen zu lassen – dazu gehören EKG, Echo, Kernspin oder Genuntersuchungen.
Sport: Mythos oder Risikofaktor?
Auch wenn Fälle bei Sportlern für Schlagzeilen sorgen, sind sie nicht der Norm. Regelmäßige Bewegung senkt das kardiovaskuläre Risiko langfristig. Jedoch kann intensive Training Arrhythmien auslösen, wenn eine nicht diagnostizierte Herz – etwa erblich – bei Jungen bestehen. Deshalb ist die sportliche Tauglichkeitsbescheinigung (apto físico) entscheidend, bevor man anstrengende Sportarten beginnt.
Plötzlicher Kindstod bei Babys: sicherer Schlaf
Die Argentinische Gesellschaft für Pädiatrie (SAP) warnt: In Argentinien wird 1 Fall pro Woche von plötzlichem Kindstod bei Säuglingen unter einem Jahr, mit 149 Todesfällen im Haushalt pro Jahr, registriert. Dr. Estela Grad empfiehlt, das Baby immer auf den Rücken zu legen, auf einer festen Unterlage, zu vermeiden, das Kind zu überwärmen, Zusammen (Brett) zu meiden, Stillen zu fördern und den Raum rauchfrei zu halten.
So überlebt man einen Herzstillstand
- KCPR sofort: Herzdruckmassage auf die Brustmitte mit der richtigen Frequenz.
- AED einsetzen: Das Gerät erkennt den Rhythmus und gibt sichere Stromstöße.
- Erste-Hilfe-Kurs: Jeder kann lernen, wie man wiederbelebt und den AED benutzt.
- Ruf 107: Sofort das Notrufsystem aktivieren.