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Zentralbanken starten größten Goldankauf der Geschichte: 45% planen Reservenaufstockung

18/06/2026 12:58 - Economia

Lingotes de oro brillantes ordenados en estanterías metálicas dentro de una bóveda de banco central con luz cálida reflejándose en el metal precioso, atmósfera de seguridad y valor

📊 Rekordzahlen, die einen historischen Trend markieren

Der Weltgoldrat (World Gold Council) veröffentlichte seine jährliche Umfrage unter Zentralbanken, durchgeführt zwischen dem 5. Februar und dem 19. Mai 2026. Die Ergebnisse sind eindeutig: Nie zuvor haben so viele Zentralbanken ihre Absicht bekundet, Gold zu kaufen, wie jetzt.

💡 Hintergrund: Der Weltgoldrat ist eine internationale Organisation, die vom Goldmining-Sektor getragen wird und als zentrale Informationsquelle für den Goldmarkt dient. Die jährliche Umfrage gilt als verlässlicher Indikator für die Strategien der Währungsbehörden.

Kaufabsicht für Gold

45%

der Zentralbanken planen, ihre Reserven in den nächsten 12 Monaten aufzustocken

Allzeithoch seit Beginn der Statistikreihe 2018
Erwartung globalen Wachstums

89%

erwarten, dass die weltweiten Goldreserven im kommenden Jahr steigen werden

Nur 1% erwartet sinkende Reserven

🌍 Warum häufen Zentralbanken Gold an?

Die Umfrage zeigt, dass Zentralbanken in den letzten vier Jahren durchschnittlich 1.000 Tonnen Gold pro Jahr akkumuliert haben – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Durchschnitt von 500 Tonnen im vorherigen Jahrzehnt. Diese Beschleunigung hat klare Gründe:

🛡️
Krisenschutz
Historisches Verhalten des Goldes als sicherer Hafen
⚖️
Diversifikation
Verringerung der Abhängigkeit von Dollar-Assets
🌐
Geopolitisches Risiko
Globale Spannungen und Unsicherheit
💰
Werterhalt
Schutz vor Inflation und Abwertung
📚 Was ist Geld versus Gold?

Im Gegensatz zu Währungen, die von Zentralbanken «gedruckt» werden können (FIAT-Währungen), ist Gold ein physischer Vermögenswert mit begrenzter Verfügbarkeit. Diese Knappheit macht es zu einem klassischen Schutz gegen Währungsabwertung und Inflation. Zentralbanken halten Gold als Teil ihrer Währungsreserven, um ihr Geldsystem zu stützen.

🏰 Die große Repatriierung: Gold kehrt nach Hause zurück

Ein paralleles Phänomen verändert die Geografie des Goldes: Länder ziehen ihre Reserven aus den Tresoren von New York und London ab, um sie im eigenen Staatsgebiet zu lagern.

💡 Hintergrund: Historisch lagerten viele Länder ihr Gold bei der Federal Reserve in New York oder der Bank of England, da diese als sicherste Tresore der Welt galten. Nach den Sanktionen gegen Russland 2022 zweifeln zunehmend mehr Länder an dieser Sicherheit.

Land Aktion Menge Zeitraum
🇫🇷 Frankreich Vollständige Repatriierung von der Fed New York 129 Tonnen Juli 2025 - Januar 2026
🇮🇳 Indien Reduzierung von Auslandsgold Von 55% auf 22% der Reserven März 2023 - März 2026
🇵🇱 Polen Repatriierung von der Bank of England 100 Tonnen 2019 (Präzedenzfall)
🇩🇪 Deutschland Hält weiterhin 37% der Reserven in New York 1.236 Tonnen Politischer Druck zur Repatriierung

⚠️ Der Auslöser: Sanktionen gegen Russland

Die Einfrierung von etwa 300 Milliarden USD an internationalen Reserven Russlands nach der Invasion der Ukraine 2022 wirkte als Weckruf für zahlreiche Länder. Die Botschaft ist klar: Vermögenswerte, die unter fremder Gerichtsbarkeit verwahrt werden, können von politischen Entscheidungen betroffen sein.

📍 Bevorzugte Lagerung
  • Bank of England: 57% (aber rückläufig)
  • Nationale Lagerung: 49% (steigend)
  • Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS): 16%
📈 Änderungen bei Standorten (letzte 12 Monate)
  • 9% erhöhten nationale Lagerung (vs. 5% Vorjahr)
  • 10% diversifizierten ausländische Standorte (vs. 2% Vorjahr)
  • 19% änderten ihre Lagerungsstrategie

💵 Die Entdollarisierung in Zahlen

Gold hat erstmals die US-Staatsanleihen als wichtigstes Reservenaktiv der Zentralbanken überholt.

~4 Billionen USD

Wert des Goldes in Händen von Zentralbanken

~3,9 Billionen USD

Investiert in US-Staatsanleihen

74%

Erwarten weniger Dollargewicht in 5 Jahren

📋 Kontext: 84% der Befragten glauben, dass Gold innerhalb von fünf Jahren einen größeren Anteil an den Gesamtreserven haben wird, gegenüber 76% im Vorjahr. Diese Meinung wird sowohl von fortgeschrittenen als auch von Schwellenökonomien geteilt.

📉 Der Goldpreis: Marktkontext

Trotz des starken Kaufappetits der Zentralbanken hat der Goldpreis in den letzten Monaten eine signifikante Korrektur erlebt:

  • Allzeithoch Januar 2026: Über 5.000 USD pro Unze
  • Aktueller Preis (Juni 2026): Etwa 4.200-4.250 USD pro Unze
  • Rückgang: Über 1.000 USD von den Höchstständen
  • Monatlicher Rückgang im Mai: Etwa 1%
💡 Warum fällt der Preis, wenn Zentralbanken kaufen?

Der Rückgang erklärt sich durch die Entspannung im Nahen Osten nach der Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran vom 17. Juni 2026, die die geopolitischen Spannungen reduzierte. Zudem haben die Optimismus an den Märkten und die moderaten Abflüsse aus Gold-ETFs den Druck nach unten verstärkt.

🔍 Wie finanzieren Zentralbanken ihre Käufe? Laut Umfrage würden 50% dies durch ein nationales Kaufprogramm in Landeswährung tun, während 38% angaben, dies durch den Verkauf bestehender Reserven zu tun.

🏛️ Ein historischer Präzedenzfall: De Gaulles Kriegsschiff

Charles-Henry Monchau, CIO der Syz Group, erinnert an ein emblematisches Episode: 1965 schickte der französische Präsident Charles de Gaulle ein Kriegsschiff nach New York, um Gold im Austausch gegen Dollar zurückzuholen – eine Herausforderung des Bretton-Woods-Systems, das den USA ein «exorbitantes Privileg» gewährte.

💡 Hintergrund: Das Bretton-Woods-System (1944-1971) etablierte den US-Dollar als globale Reservewährung, da er durch Gold gedeckt war. De Gaulle kritisierte, dass die USA sich durch das Drucken von Dollar unbegrenzt Waren kaufen konnten, während andere Länder dafür mit realen Gütern bezahlen mussten.

«Vielleicht wiederholt sich die Geschichte nicht, aber an den Goldmärkten wiederholt sie sich oft mit verblüffender Präzision», betont Monchau und unterstreicht, dass das Vertrauen in das Nachkriegs-Reservensystem erhebliche Risse zeigt.

🔗 Quellen und weiterführende Informationen

Die Daten stammen aus der offiziellen Jahresumfrage des World Gold Council (Weltgoldrat), durchgeführt zwischen dem 5. Februar und 19. Mai 2026.

Originalbericht: imago.com.ar

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Alfredos Kolumne Alfredo S. Quiroga

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