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Argentiniens Zentralbank meistert Reserven-Herausforderung: Ziele erreicht, aber hohe Hürden bevorstehend

29/06/2026 22:29 - Economia

Eine historische Kaufserie

Die Zentralbank der Republik Argentinien (BCRA - Banco Central de la República Argentina) hat eine der erfolgreichsten Kampagnen zur Reservenakkumulation ihrer Geschichte im ersten Halbjahr 2026 durchgeführt. Nach Daten der Beratungsfirma Analytica hat die von Santiago Bausili geleitete Institution bereits 11 Milliarden USD im laufenden Jahr angesammelt und damit die Basiszielvorgabe von 10 Milliarden USD, die mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF - Fondo Monetario Internacional) vereinbart wurde, weit übertroffen.

Diese beispiellose Serie aufeinanderfolgender täglicher Käufe ermöglichte es dem BCRA, internationale Reserven von 47,081 Milliarden USD zu erreichen.

Was besagt die IWF-Vereinbarung?

Während der zweiten Überprüfung der Vereinbarung wurde festgelegt, dass die Zielsetzung zur Akkumulation von Nettoreserven für das gesamte Jahr 8 Milliarden USD nach der Methodik des IWF beträgt.

Bislang hat das BCRA 7,4 Milliarden USD angesammelt – sehr nahe am Jahresziel. Allerdings warnen Analysten vor noch ausstehenden erheblichen Fälligkeiten, die die Dynamik beeinflussen könnten.

Die Juli-Fälligkeiten

Am 9. Juli 2026 werden 4,3 Milliarden USD bei privaten Gläubigern fällig. Hinzu kommen weitere ca. 5,2 Milliarden USD zwischen dem IWF, internationalen Organisationen und anderen Verpflichtungen.

Insgesamt übersteigen die Juli-Fälligkeiten 9,5 Milliarden USD – ein relevanter Betrag, der eine sorgfältige Planung erfordert.

Saisonale Faktoren erklären die Verlangsamung

María Castiglioni, Direktorin von C&T Asesores Económicos, erklärte gegenüber Infobae, dass "die geringeren Reservenkäufe des BCRA und der Anstieg des Dollars der letzten Woche kein Problem darstellen". Sie identifizierte drei saisonale Faktoren:

  • 1. Verzögerte Ernte-Verkäufe: Ein Teil der Haupternte (Soja, Mais, Weizen – bekannt als "cosecha gruesa") wurde noch nicht verkauft, was das Dollarangebot vorübergehend reduziert.
  • 2. Weihnachtsbonus und Dollarisierung: Ende Juni dollarisieren viele Argentinier ihr Gehalt, da sie das halbe Weihnachtsgeld ("medio aguinaldo" – eine gesetzlich vorgeschriebene zusätzliche Monatszahlung) erhalten. Dies erhöht die Nachfrage nach Dollars.
  • 3. Dollar-Abfluss durch Gewinne und Dividenden: Seit Mai, mit der Aufhebung der Devisenbeschränkungen ("cepo") für diese Konzepte, gibt es einen zusätzlichen Abfluss von Devisen.

Der UADE-Bericht: Warnung für das zweite Halbjahr

Ein Bericht der Universidad Argentina de la Empresa (UADE), einer der führenden privaten Wirtschaftsuniversitäten Argentiniens, warnte davor, dass das aktuelle Dollar-Angebot "auf vorübergehenden Pfeilern beruht" wie der Haupternte und Unternehmensanleihenemissionen, die in den kommenden Monaten an Intensität verlieren werden.

Das Dokument hebt die Notwendigkeit hervor, internationale institutionelle Investitionen anzuziehen, die derzeit durch die Kreditwürdigkeit des Landes eingeschränkt sind, und die Fälligkeiten der Staatsanleihen zu bewältigen.

Laut der Analyse "könnte die Aufrechterhaltung des Kauf Tempos der Zentralbank Anpassungen im Wechselkursniveau erfordern" während des zweiten Halbjahres aufgrund der geringeren Intensität der saisonalen Geldströme.

2 Milliarden USD

Weltbank-Garantie für Argentinien verfügbar

550 Millionen USD

Interamerikanische Entwicklungsbank-Garantie (BID)

300 Millionen USD

Mögliche CAF-Garantie (Entscheidung am 22.07.2026)

Die Frage zur Zielberechnung

Sebastián Menescaldi, Direktor von Eco Go, stellte eine relevante Frage zur Berechnung der internationalen Garantien für das Reserven-Ziel.

Die IWF-Richtlinien erlauben, Nettoverschuldung oder Garantien internationaler Organisationen bis zu 1,854 Milliarden USD aufzunehmen. Jeder höhere Betrag muss in Reserven akkumuliert werden, was die Kaufdynamik beeinflussen könnte.

"Man muss sehen, was sie mit den Dollars machen, die sie bekommen – ob sie sie zur Zahlung der Fälligkeiten verwenden oder nicht, ob sie sie behalten oder nicht – das könnte eventuell einen zusätzlichen Kauf erfordern", erklärte Menescaldi.

Faktoren, die das geringere Angebot ausgleichen können

Die Beratungsfirma Analytica identifizierte drei Elemente, die den typischen Rückgang des Dollar-Angebots im zweiten Halbjahr abmildern könnten:

  • Rekord bei Energieexporten: Der Energiesektor leistet weiterhin einen nachhaltigen Beitrag zu den Devisen.
  • Verzögerung bei der Verkäufen im Agrarsektor: Ein Teil der noch ausstehenden Ernte könnte in den kommenden Monaten eingereicht werden.
  • Wiederaufnahme von Schuldanleihen-Platzierungen: Private Unternehmen haben die Emission von Dollar-Schuldtiteln ("obligaciones negociables") wieder aufgenommen.

Ausblick für den Rest des Jahres

Der Wirtschaftsminister Luis Caputo erklärte, dass das BCRA maximal 17 Milliarden USD im Jahr 2026 kaufen kann. Laut Analytica könnte das BCRA bei Aufrechterhaltung des Kauf Tempos von Juni – eines der niedrigsten des Jahres – nur noch weitere 6 Milliarden USD im Rest des Jahres 2026 akkumulieren.

Zu dieser Zahl käme die Emission von 5 Milliarden USD aus dem garantierten Kredit vor August hinzu.

Der UADE-Bericht schließt mit der Feststellung, dass "der Erfolg dieses Prozesses von der Fähigkeit der öffentlichen Politik abhängen wird, externe Schocks abzufedern und die positiven Finanzindikatoren in eine greifbare und ausgewogene Verbesserung für alle Sektoren der Realwirtschaft umzuwandeln".

Quellen: Infobae, Diario Núcleo, Beratungsfirmen Analytica, C&T Asesores Económicos und Eco Go.

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