03/07/2026 09:15 - Economia
Die Regierung des argentinischen Präsidenten Javier Milei bereitet sich darauf vor, einen qualitativen Sprung in ihrer Wirtschaftspolitik zu machen. Geplant ist eine Reform der Organischen Charta der Zentralbank (Banco Central de la República Argentina, kurz BCRA). Das Hauptziel ist es, die Ausgabe von Pesos zur Finanzierung des Haushaltsdefizits einzuschränken oder direkt zu verbieten. Für Argentinien, ein Land, das historisch unter hoher Inflation durch unkontrollierten Geld Druck gelitten hat, verspricht diese Maßnahme mehr Stabilität und Berechenbarkeit.
Die Strategie der Regierung orientiert sich am peruanischen Modell. Seit 1993, während der Präsidentschaft von Alberto Fujimori, verbietet die peruanische Verfassung, dass die Zentralbank den öffentlichen Sektor finanziert oder multiple Wechselkursregime (in Argentinien als 'Cepo' bekannt) einführt. Dieses System, das seit über 30 Jahren gilt, hat sich als grundlegende Säule für die monetäre Stabilität in Peru erwiesen.
Im Jahr 2012, unter der Leitung von Mercedes Marcó del Pont und dem damaligen 'Kirchnerismus' (einer früheren linksgerichteten Regierung in Argentinien), wurde die Organische Charta geändert. Artikel 3, der ursprünglich die 'Bewahrung des Geldwertes' als Hauptfunktion festlegte, wurde um Ziele wie 'Förderung der monetären Stabilität, der Finanzstabilität, der Beschäftigung und der wirtschaftlichen Entwicklung mit sozialer Gerechtigkeit' erweitert. Dies erlaubte es dem Staat, mehr Geld zu drucken.
Unter dem seit 2012 geltenden Rahmen darf der BCRA der Regierung vorübergehende Vorschüsse von bis zu 12% der monetären Basis gewähren. Zusätzlich kann er bis zu 10% der Bargelderträge der letzten 12 Monate verleihen, plus weitere 10% in 'außergewöhnlichen' Situationen.
Das offizielle Projekt wird diese Befugnisse umkehren, um zum primären Ziel der Bewahrung des Geldwertes zurückzukehren. Darüber hinaus verbietet das peruanische Modell auch Sektenkredite und erlaubt die freie Zirkulation des US-Dollars als legales Zahlungsmittel – ein Aspekt, den die argentinische Regierung ebenfalls erwägen könnte.
Ein weiterer Punkt ist die Übertragung von BCRA-Gewinnen an den Staatsschatz. In diesem Jahr erhielt die Regierung eine Überweisung von 24,4 Billionen Pesos, die den Gewinnen des Jahres 2025 entsprechen. Obwohl solche Übertragungen üblich sind, könnte die neue Vorschrift sie strenger regulieren, um jede Form verdeckter Staatsfinanzierung zu vermeiden.
Quelle: Infobae
Alfredo S. Quiroga