21/07/2026 21:04 - Economia
Berichten zufolge von Medien wie Infobae, La Nación und Ámbito hat das Berufungsgericht in Washington ein Rechtsmittel Argentiniens im Rechtsstreit um die Enteignung der nationalen Fluggesellschaft zurückgewiesen.
Der Streit geht auf das Jahr 2008 zurück, als die Regierung von Cristina Kirchner die Enteignung von Aerolíneas Argentinas und Austral anordnete. Diese wurden damals von der spanischen Gruppe Marsans kontrolliert (die sie 2001 für einen symbolischen Dollar erworben hatte). Marsans argumentierte, die Enteignung sei unrechtmäßig gewesen, und brachte den Fall vor das ICSID (Internationales Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten), das Schiedsgericht der Weltbank für Streitigkeiten zwischen Staaten und Investoren.
Im Jahr 2017 fällte das ICSID einen Schiedsspruch zugunsten von Marsans und legte eine Entschädigung von 320 Millionen USD zuzüglich Zinsen fest. Nachdem die Summe nicht eingetrieben werden konnte, übertrug Marsans die Rechte an den Fonds Burford Capital und später an das Titan Consortium, den Fonds, der seit 2021 die Vollstreckung des Schiedsspruchs in den USA vorantreibt.
Der zentrale Punkt des gerichtlichen Streits in den Vereinigten Staaten war die Verjährungsfrist. Die argentinische Verteidigung argumentierte, die Frist zur Vollstreckung des Schiedsspruchs betrage 3 Jahre. Im Jahr 2024 entschied das Bezirksgericht jedoch, dass die anwendbare Frist 12 Jahre betrage, und erkannte die Schulden in Höhe von fast 391 Millionen USD zum 10. Dezember 2024 an.
Am 21. Juli 2026 bestätigte das Berufungsgericht dieses Kriterium und ließ die Verurteilung unanfechtbar bestehen. Dies würde es Titan Consortium ermöglichen, nach argentinischen Staatsvermögen auf US-amerikanischem Hoheitsgebiet zu suchen, wie beispielsweise die Sicherheiten der Brady-Bonds, die bei der Federal Reserve Bank of New York hinterlegt sind, so Medienberichte.
Trotz dieser historischen Verurteilung, die der Nationalstaat mit sich herumträgt, zeigt die Gegenwart von Aerolíneas Argentinas eine äußerst ermutigende Perspektive. Laut Angaben des Unternehmens schloss die Gesellschaft das Jahr 2025 mit einem operativen Gewinn von 112,7 Millionen USD ab, fast das Doppelte des Vorjahres, und erzielte den ersten operativen Überschuss seit der Re-Verstaatlichung ohne Beiträge aus der Staatskasse.
Der Vorstand soll dem Wirtschaftsministerium bereits mitgeteilt haben, dass auch im Jahr 2026 keine Mittel beantragt werden. Dies markiert einen Meilenstein im Management der nationalen Fluggesellschaft, das auf Rentabilität, Personalreduzierung und betriebliche Effizienz ausgerichtet ist.
Die Generalstaatsanwaltschaft des Schatzamtes (Procuración del Tesoro de la Nación) erklärte, dass sie 'alle verfügbaren rechtlichen Instrumente analysiert, um die Entscheidung umzukehren oder andernfalls ihre Folgen für den argentinischen Staat zu mindern'. Die Behörde betonte, dass diese Ursache das Ergebnis von Entscheidungen sei, die vor fast zwei Jahrzehnten getroffen wurden, und Teil des juristischen Erbes sei, das die aktuelle Regierung bei ihrem Amtsantritt vorgefunden habe.
Alfredo S. Quiroga